Was ist Armut in der BRD und wer definiert dies?

Aktuell gilt als arm, wer als Haushaltvorstand weniger als 801,- EUR Einkommen hat.
Das ist ein relativer Wert, wiederum abgeleitet von dem statistischen Mittel aller Einkommen. Und hier wird weiter gestritten, nehme ich vom Mittel einen Wert von 50% oder 60%, der dann als „Arm“ definiert wird.

Die Politiker aller Parteien verlassen sich wieder einmal auf einen externen Anbieter von Statistiken und nicht den Statistikämtern.
Sie schauen im „SOEP“ (Sozioökonomisches Panel) nach und suchen sich dann die Zahlen heraus, die ihnen passen.

Das „Deutsche Institut für Wirtschaftsförderung“, DIW, füttert dieses Panel mit Zahlen.

Diese Zahlen wurden dann z.B. bei der Kindergelderhöhung oder den Hartz IV Regelsätzen benutzt.

Die Datenerhebung ist aber alles andere als seriös. Sie läuft seit 1984 so ab: Es werden 11.000 Haushalte angerufen und Daten zu Einkünften und Lebensverhältnissen abgefragt.

Das war es! Und hier kommt es schon zu den ersten Verwerfungen, da Arbeitslose und Geringverdiener besser telefonisch zu erreichen sind.
Es besteht natürlich auch keine Auskunftspflicht, jeder erzählt also das, was er gerade meint.

Wir halten diese Vorgehensweise für völlig unseriös.

Was machen eigentlich die statistischen Ämter den ganzen Tag?

 

Kommentar von Horst Thiel, Copyright 2011