Gespanntes Verhältnis zu Tschechien, warum?

Sie Sieger des 1. Weltkrieges, USA, England, Frankreich, regelten wieder einmal selbstherrlich die europäischen Landkarte neu und ermöglichten 6 Millionen Tschechen die Bildung eines eigenen Staates.
Wie soll das gehen?
Nun, ich muss das Land einem anderen Land wegnehmen!
Das geschah durch die völkerrechtswidrige Besetzung des Sudetenlandes.

Ich gebe hier einen Ausschnitt eines Aufsatzes der Sudetendeutschen wieder:

Militärische Besetzung des Sudetenlandes (November 1918 bis Januar 1919)

Nach der Ausrufung der Tschechoslowakischen Republik (CSR) am 28. Oktober 1918 forderten die Sudetendeutschen unter Berufung auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker den Verbleib ihrer Heimatgebiete bei dem zur Republik Deutsch-Österreich verkleinerten österreichischen Staat, der seinerseits seinen Willen zum Zusammenschluss mit dem Deutschen Reich bekundete. Im Vertrauen auf das von den Siegermächten, insbesondere von US-Präsident Wilson proklamierte Selbstbestimmungsrecht leisteten die Sudetendeutschen nur geringen Widerstand gegen die Besetzung ihres Landes durch tschechisches Militär (31.10.1918 – 28.1.1919). An mehreren Orten gab es aber Kämpfe, so bei Zlabings (17./18.11.), Gastorf (26.11., 2 Tote), in Brüx (27./28.11., mindestens 6 Tote), Wiesa-Oberleutensdorf (1.12., 2 Tote), Kaplitz (3.12., 2 Tote) und an mehreren Orten Südmährens (30.11.-11.12.).

Außerdem gab es an einigen Orten blutige Übergriffe gegen sudetendeutsche Zivilisten, so wurden auf dem Marktplatz von Mährisch Trübau am 29.11. fünf Zivilisten erschossen und 20 verwundet. Mehrere Orte wurden mit Beschießung durch Artillerie bedroht, darunter Brüx (29.11.), Mährisch Schönberg (15.12.) und Eger (ca. 15.12.). Eine Waffe zur Brechung des Widerstandswillens der Deutschen war der Hunger. Lebensmittel- und Kohlelieferungen in die Grenzgebiete und nach Wien wurden sofort ab dem 28.10.1918 rigoros gestoppt. Außerdem wurden während der Besetzung viele Zeitungen zensiert und mehrere hundert Deutsche als Geiseln genommen. Angesichts dieses brutalen Vorgehens konnte die Besetzung auch mit Eisenbahnerstreiks (in Nordböhmen ab 26.11. für mehrere Wochen, in Westböhmen am 5.12.) und Massendemonstration in vielen Städten (8.12.) nicht verhindert werden. Am 3./4.12. gab Außenminister Bauer in Wien unter dem Druck der katastrophalen Versorgungslage der Stadt der CSR zu verstehen, dass kein Widerstand mehr geleistet werden würde. Bis Weihnachten waren rund 80% der deutschen Gebiete besetzt, bis zum Jahresende etwa 95%. Dieses Vorgehen verstieß nicht nur gegen das Selbstbestimmungsrecht der Völker, sondern vielfach auch gegen die Haager Landkriegsordnung von 1907.

Ferner gab es von November 1918 bis Januar 1919 und erneut von Mai bis Juli 1919 größere Operationen des tschechischen Militärs gegen Ungarn, um die Zugehörigkeit der Slowakei zur neugegründeten Tschechoslowakei zu sichern. Die slowakische Bevölkerung verhielt sich gegenüber dem neuen Staat sehr zurückhaltend. Vieles spricht dafür, dass das slowakische Volk in einer freien Abstimmung 1918/19 einen tschechoslowakischen Staat nicht gewollt hätte – nicht zuletzt die Entwicklung der Jahre 1939 und 1992, als jeweils ein eigener slowakische Staat entstand.

Die wahrscheinlich entscheidende Rolle des militärischen Zwangs bei der Schaffung der Tschechoslowakei ist ein heute vergessenes Kapitel der Geschichte. Auch wissenschaftlich sind diese Vorgänge bisher schlecht dokumentiert, beispielsweise existiert noch keine zusammenfassende Darstellung der militärischen Besetzung des Sudetenlandes um die Jahreswende 1918/19, wohingegen es über das Münchner Abkommen von 1938 sehr viele Darstellungen gibt.
Ende

Wie sah Europa im 20. Jahrhundert aus?

Wir wollen ein paar Karten abbilden, damit gerade junge Leute sich ein eigenes Bild machen können, wie die historische Situation vor 1989 aussah.

Zur Erinnerung Die Grenzen Deutschlands 1937

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die rote Linie kennzeichnet die Landesgrenzen 1937. Durch den Versaillervertrag 1918 war das Reichsgebiet schon verkleinert worden.